Wie schreibe ich einen Bestseller?

Diskussion zum Schriftsteller-werden.de Blog

Wie schreibe ich einen Bestseller?

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Wie schreibe ich einen Bestseller?

Was denkst du?
Warum werden manche Bücher zu Bestsellern?
Was ist der Trick?

EDIT: Der Konsistenz halber hab ich diesen oberen Teil angefügt JackiePTB
*******

Liebe Jackie und alle anderen Schreiberlinge,

habe soeben deinen neuen Beitrag in Schriftsteller-werden.de gelesen. Das Thema: Wie schreibe ich einen Bestseller? Nun will ich hier einmal die Diskussion anfangen.

Ich frage mich dasselbe! Wie schreibe ich nun einen Bestseller? Ich habe angefangen eine Idee für ein Jugendbuch auszubauen. Habe Charakterbeschreibungen gemacht, habe einen Plot entworfen. Ich habe die Geschichte von Anfang bis Ende in meinem Kopf (und im Rechner). Nun ist es schwierig, finde ich, gerade Jugendliche (Teens) bei der Stange zu halten, wenn es ums Lesen geht. Es muss spannend anfangen.
Ich habe Probleme mit diesem Anfang..... habe auch schon nach Beiträgen in deinem Blog gesucht, wo es um den Anfang geht....
Meine Geschichte geht eigentlich ganz langsam los, steigert sich und letztendlich ist die spannende Stelle ziemlich am Ende. So ist der normale Verlauf der Geschichte.... Aber das ist natürlich das Problem, wenn es nur langsam auf einen Höhepunkt zugeht..... könnten gerade jüngere Leser das langweilig finden. Dann habe ich mir gedacht, ich fange an der spannenden STelle an, aber dann müsste ich die ganze Zeit mit Rückblenden arbeiten....

Nun, ich weiß nicht, ob es unbedingt thematisch in diesen Blog von dir passt..... Aber ich würde schon gerne einen guten Jugendroman schreiben (wenn es nicht ganz für einen Bestseller reicht, wäre ich nicht total enttäuscht.... :wink: ), da ich finde, dass da noch Bedarf bestünde, gerade in Bezug auf Jungenromane....
Vom Inhalt möchte ich auch nichts verraten..... Aber der tut ja eigentlich hier auch nichts zur Sache.
Wie bekämpfe ich nun diese Angst vor dem Anfang..... wie kann ich Spannung erzeugen, die nun diese Jugendlichen bei der Stange hält?
Wie würdest du vorgehen?
Wie gesagt, der Plot der Geschichte ist von Anfang bis Ende fertig und gefällt mir..... Aber ich kann *verdammtnochmal* nicht anfangen.....

Freue mich auf Antworten.

LG
Tiny

von Tiny

Wie schreibt man einen Bestseller

 
Hi Jacky,

zufälligerweise weiß ich, wie man einen Bestseller schreibt, darf es aber leider nicht verraten ;).

Spaß bei Seite: die Frage hatte ich mir während des Schreibens einer Geschichte auch gestellt. Ich fand die Story an der ich schrieb großartig – thematisch als auch stilistisch – aber mich beschlich immer wieder das Gefühl, dass sie nicht unbedingt die Massen ansprechen würde. Aber was die Massen wirklich wollen, ist ja auch echt schwer zu bestimmen. Gut, wenn du dich für einen Krimi entscheidest, erhöhen sich wahrscheinlich die Chancen einen Bestseller zu landen, aber eine Garantie ist es noch lange nicht.

Das wichtigste ist, dass du deine ursprüngliche Idee magst, sonst wird das Schreiben eine Qual und die Qualität der Geschichte wird darunter leiden.

Vertrau also in erster Linie deinem eigenen Geschmack. In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Schreiben“ hatte ich mal den schlauen Spruch gehört: „Versuche eine Nische zu finden, in der du als Schriftsteller passt. Wenn du keine findest aber ein guter Schriftsteller bist, wird sich deine Arbeit eine eigene Nische schaffen.“ Den Spruch finde ich sehr ermutigend ☺

Vorschlag. Lass die Leser deines Blogs ihre liebsten Genres/Themen einsenden. Vielleicht hilft das als Inspirationquelle.

Tiny –

Wenn man sich in den Anfang verbissen hat, sollte ihn einfach mal eine Zeit ruhen lassen. Wenn du dir schon einen Plot für deine Geschichte ausgedacht hast, fang doch einfach mit dem zweiten Kapitel an. Wenn du dann damit fertig bist, fällt es die vielleicht nicht mehr so schwer den Anfang zu schreiben.
Viel Glück,
Mart

von Mart

 
Nun, ich denke mir in meiner jugendlichen Naivität :wink: , dass das wichtigste Kriterium Spannung und Leichtigkeit sind.
Mit Leichtigkeit meine ich, dass es leicht fällt, von Satz zu Satz zu fliegen ohne zu stolpern. Immer und überall wird das natürlich nicht gehen, aber umso öfter sich der Leser zwingen muss, einen Satz zu lesen oder um so häufiger er einen Satz zweimal liest, bis er weiterkommt, umso geringer ist die Chance, dass er das Buch zu Ende liest und weiterempfiehlt.
Das man Spannung benötigt, ist klar. Am schönsten wäre es natürlich, wenn man so viel Spannung einbauen könnte, dass es quasi egal ist, wie schlecht der Rest ist, da der Leser einfach lesen muss, weil es ebend spannend ist.

Das sind denke ich, die inhaltlich wichtigen Punkte.

Ansonsten kommt noch n ordentlicher Batzen "Kapitalismus" drauf.
Sprich coole Rezensionen auf dem Rücken, nen bedeutender Name auf dem Cover und ein schönes Cover sowie gute Vermarktung.
Die schlechten Bestseller sind meiner Meinung nach die, die nur Bestseller aufgrund des "Kapitalismus" Bestseller sind.


Ansonsten solltest du nur das schreiben, was dir gefällt, denn wenn du deine eigene Geschichte nicht magst, wird man das bestimmt merken. Doch wenn du quasi darin lebst, wird es ein ganz anderes Feeling bekommen.
Aus diesem Ich-schreibe-nur,-was-mir-gefällt entstammt auch meine eigene Strategie, was das finanzielle angeht. Ich will nicht um jeden Preis Vollzeitschriftsteller werden. Denn wenn man damit genauso viel verdient, wie mit einem anderen Beruf, dann ist man davon abhängig, dass sich die Bücher verkaufen und man wird so möglicherweise mehr vom Markt abhängig. Also man sollte von seinen Büchern finanziell unabhängig sein, um wirklich nur das machen zu können, was man will. Soweit meine Theorie. Also entweder gleich Millionär-Schriftsteller oder lieber noch nen Brotjob.

Zum Anfang @ Tiny: Also ich habe mir überlegt, meinen Prot am Anfang vor ein aktuelles Problem zu stellen, was akute Spannung verspricht. In dieser Situation ereilt ihn dann der Anfang der Geschichte in Form eines Auftrages, was die langfristige Spannung einbaut. Dazu kommt, dass es für meinen Prot eine total ungewohnte Situation ist, was ich dem Leser auch zu vermitteln gedenke.

Mit freundlichen Grüßen,

Drachenreiter

von Drachenreiter

 
@Tiny:
Ich hab Mal ein paar Artikel rausgesucht, die dir eventuell weiter helfen:
Wie du deinen Leser fesselst - Der erste Satz
Achtung! Hochspannung! - Im Konflikt [12]
Hauptplot, Nebenplot und Handlungsstränge
Schlecht schreiben lernen
Angst vor dem Anfang
Wenn du mir sagst welche Richtung dir weiter geholfen hat, kannst du deine Frage vielleicht auch ein bisschen präzesieren und wir können dir besser helfen ;)

Hab ich dich richtig verstanden, dass du gerne einen Blogbeitrag über Jugendromane im Allgemeinen hättest? Oder was meintest du mit "Nun, ich weiß nicht, ob es unbedingt thematisch in diesen Blog von dir passt....."

@Mart
Dem stimme ich zu, voll und ganz :)

Dein Vorschlag ist generell eine gute Idee, das Problem ist, dass ich so nur Leute erreiche, die auch gerne schreiben, einen PC haben und Blogs lesen, und damit wäre die Zielgruppe so rein gar nicht mehr repräsentativ. Außerdem hab ich mir grade überlegt, ... also wenn das Buch nur gut genug ist, müsste es dann nicht unabhängig vom Genre erfolgreich sein? Oder lest ihr immer nur ein einziges Genre? Würdet ihr euch nicht auch davon überzeugen lassen, Mal etwas anderes zu probieren, wenn es euch ein Freund empfiehlt?

Ach ja, und den Tipp hätte ich Tiny auch gegeben, aber du warst schneller :P

@Drachenreiter
Ich denke auch, dass die Leute "dahinter" eine sehr große Rolle spielen. Auf der Anderen Seite gab es auch schon Bestseller, als es noch nicht (oder zumindest nicht so viel) Marketing gab. Und es gibt immer noch Bestseller, für die nicht übermäßig geworben wurde (auch wenn mir jetzt natürlich spontan kein Beispiel einfäll -.-;)

Vielleicht ist es bei dem Rest so, wie im echten Leben auch: Die Mischung macht's. Natürlich müssen die Sätze fließen, aber wenn die Geschichte dahinter gar nichts ist, oder keine Spannung aufkommt ... *sfz* Ich bin immer noch zu keinem endgültigen Schluss gekommen, ...

@Tiny (nochmal 8) )
Bei Drachenreiters Beitrag ist mir eingefallen, es ist gar nicht wichtig, dass eine wirklich "spannende" Situation (wobei spannend hier meint "voller Action", Blut, Kampf .. sowas eben) am Anfang steht, solange dein Protagonist in einem Konflikt gefangen ist. Das kann eine Kleinigkeit sein, das kann sogar eine Nebensächlichkeit oder ein innerer Konflikt sein. Hauptsache, da ist etwas, was sich aneinander reibt. Leider bin ich gerade am umziehen, deshal find ich den Zitate-Zettel nicht und kann nicht sagen, von wem das Zitat ist, aber ich weiß es war von einem der "ganz Großen" und zwar ging das so:
Verwechsle niemals Action mit Handlung

Und es soll heißen: Auch wenn gerade keine Action abgeht (z.B. könnte der Protagonist eine ganze Szene lang gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl hocken) kann man trotzdem die Handlung vorantreiben (z.B. könnte der Protagonist innere Konflikte ausfechten darüber, ob er im Selbstmitleid zerfließt, seine Situation sogar verdient hat, und der Wut gegenüber seinen Entfürern), und Handlung ist das, worum es in einer Geschichte geht.

Klar soweit? [Jack Sparrow]

von Jacky

 
@ Jackie - Bis zum Schweinezyklus hatte ich es in deinem Blog leider noch nicht geschafft :-). Sehr interessant geschrieben.

Du hast natürlich recht, dass die Zielgruppe nicht repräsentativ wäre. Ich habe also noch mal ein wenig über deine Frage nachgedacht.

Lass es uns mal so betrachten: Es gibt schlechte Bücher, die sich gut verkaufen und gute Bücher, die kein Mensch kauft. Der Grund dahinter kann meiner Meinung nach oft nur gutes beziehungsweise schlechtes oder fehlendes Marketing sein. Wenn du der Marketingabteilung also etwas Gutes, Greifbares an die Hand geben kannst, mit dem sich anständige PR machen lässt, bist du schon mal einen Schritt weiter.

Dabei kann es sich um Dinge handeln, die dein Buch, aber auch deine Person betreffen (Von letzterer Variante würde ich abraten).

Es kann zum Beispiel wichtig sein ein Thema zu behandeln, das derzeit die Gemüter bewegt. Z.B. ein Buch in dem der 11 September vorkommt konnte man vor ein paar Jahren richtig gut verkaufen.

Provokation ist sicherlich auch ein gutes Mittel um Aufmerksamkeit zu erlangen. Und da sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt☺: Sex, Gewalt, Religion, Politik

Wenn du also eine gute Story hast und diese mit einigen der oben genannten Zutaten garnierst, lässt sich dein Buch sicherlich an den Mann bringen.

Dies klingt vielleicht alles ein wenig vereinfacht, aber eine Überlegung ist es wert.

Danke für die Anregung. Werde versuchen, mir beim nächsten Buchprojekt auch diese Frage zu stellen.

Grüße,
Mart

von Mart

Universal?!?!

 
:roll:

Jacky hat sicherlich recht, wenn sie auf das Universale verweist, das für einen Bestseller notwendig ist. Nach klassischer Meinung muss sich bei einem gut zu verkaufenden Stoff um Themen handeln, die möglichst viele Menschen interessieren.

Universal ist z.B. ein Haustier (alle lieben Haustiere) oder Sex (wir alle fxxxxx mal) oder der Tod (wir alle müssen einmal sterben) oder eine Liebelei (macht jeder mal durch...).

So wurde beispielweise in dem ca. 2000 in Berlin produzierten amerikanischen Film "Enemy at the Gates - Stalingrad" eine Liebesgeschichte eingebaut, damit sich eine möglichst große Masse an Zuschauern mit dem "Helden" identifizieren kann. Im Endschnitt entfernte der Regisseur dann auch viele äußerst aufwändige Massenszene zugunsten des billig-kitschigen Subplots.

Die Sache ging schief, der Film floppte trotz des bis dato größten Produktionsbudgets eines in Europa produzierten Films.

:roll:

Nichtsdestotrotz: Bei den TV- und Filmredaktionen haben sich inzwischen die amerikanischen Drehbuchschule a la Sid Field durchgesetzt. Bei so gut wie jeder historischen Großproduktion deutscher Fernsehsender wird eine möglichst platte (also massenkompatible) Teenie-Liebesschichte eingebaut. Es ist einfach Standard geworden bei den Lektoren. Beispiel sind TV-Großproduktionen Filme über die Berliner Mauer, die Luftbrücke oder kürzlich "Der Bibelcode" auf ProSieben mit Cosma Shiva Hagen als Dumpfbacke in der Hauptrolle.

Dass die Filme dann floppen, spielt nicht unbedingt eine Rolle. Es ist in den Köpfen der Drehbuch-Redaktionen einfach zu fest verankert.

:roll:

Wirkliche Buch-Bestseller, die auch verfilmt wurden, wie z.B. "Im Namen der Rose" oder "Herr der Ringe" oder "Der Regenmacher" entstehen jedoch m.E. dann, wenn ein ganz neues Thema aufgegriffen wird.

Dabei kann es sich ruhig um Variationen zu universalen Themen wie z.B. Sex handeln. Beispiele wären hier "Wolke 9" von Andreas Dresen (Sex im Alter) oder "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche (Sex tabulos weiblich) oder "Das Parfum" von Patrick Süskind (Sex und Geruchssinn) oder "Die Vorleser" (Sex mit Nazifrau) von Bernhard Schlink, vor kurzem hier in Görlitz mit Kate Winslet abgedreht.

All diesen Beispielen ist gemein, dass sie ein universales Thema (hier: dem Sex) aus einer gänzlich neues Perspektive beschreiben.

:roll:

Damit aus dem Buch ein Bestseller wird, muss es natürlich auf einen "gnädigen" Lektor stoßen. Und so etwas ist natürlich Glückssache.

Die goldenen Nachkriegszeiten, als Günter Grass anfang der 60er Jahre einer Gruppe von Schriftstellern und Verlegern aus Entwürfen seiner "Blechtrommel" vorlas, woraufhin einer dann mit dem Hut herumging und bei den Anwesenden so viel Geld einsammelte, dass Grass ein gutes weiteres Jahr ohne irgendwelche Verpflichtungen am Manuskript arbeiten konnte, sind vorbei.

Heutzutage steht jeder deutsche Roman sofort in Konkurrenz mit Reprints aus dem englischsprachigen Bereich. Wozu sollte ein Verlag das Risiko auf sich nehmen, einen noch unbekannten deutschsprachigen Autor herauszubringen, wenn er statt dessen die Rechte an einem bereits in England und den USA erfolgreich verkauften Buch erwerben kann?

Das System der Agenten, denen man so lange Manuskripte schickt, bis sie endlich anbeißen und fortan lange geduldig mit dem Autor am Werk arbeiten, hat Stephen King in "Das Leben und das Schreiben" eindrucksvoll geschildert.

Doch solch ein System gibt es nicht in Deutschland. Die wenigen existierenden Agenten importieren hauptsächlich Bücher aus den USA bzw. verlangen von hiesigen Autoren sofort ein perfektes Werk, dessen Bestsellerreife sie auf den ersten 5 Seiten erkennen können. Zudem haben die Verlage in den letzten Jahren Lektorenstellen in erheblichem Maße abgebaut, sodass die verbliebenen Mitarbeiter extrem überlastet sind, hypernervös und neurotisch, wohl kaum mehr als eine halbe Seite lesen können.

Die Zeit der engagierten Lektoren ist vorbei. Ein Bekannter arbeitet ein Jahrzehnt im Drehbuch-Lektorat einer sehr großen Münchner Filmfirma. Es war frustrierend: Hunderte von Drehbüchern las er, und wenn er einmal eines der Geschäftsführung vorschlug, wurde das ignoriert. Das "Universale" (siehe ganz oben) a la Dumpfbacken-Liebesschmonzette mit Papstrettung hatte Vorrang.

:roll:

Was also tun? Sich den wichtigen Verlagsvertretern an den Hals schmeißen wie Corinna Harfouch, der bei der TV-Übertragung eines Deutschen Filmspreises der Versprecher "Und ich danke Produzent Eichinger, der mir DAS BETT bereitet hat" unterlief? Vielleicht tragen solche Affairen ja nicht nur bei den Schauspielern, sondern auch bei den Autoren zum Karrieresprung bei?

Solche Strategien sind allerdings stark risikobehaftet. Einerseits muss man/frau wirklich mit dem/der Richtigen ins Bett gehen - und nicht jeder "wichtige" Produzent oder Verleger ist es wirklich. Und andererseits kommt es letztlich dann doch wieder auf die Qualität des Manuskripts an.

:roll:

Somit landen wir wieder beim Anfang - oder? Nicht ganz, denke ich.

Wichtig für das Schreiben eines Bestsellers ist m.E. die Disziplin, der Glaube an sich selbst, das wohlwollende Interesse guter Freunde sowie der Mut, jenseits des wichtigen Handwerkszeugs ein Thema, das einem derart auf der Seele brennt, dass man die nötige Leidensfänigkeit hat, es wirklich zu Papier zu bringen, und zwar in einer Art und Weise, die auch andere Menschen anspricht.

Mit jenen anderen Menschen ist ein Kreis gemeint, der über Oma, Opa und die Nachbarn im Dorf bzw. die Kumpels am Stammtisch hinausgeht. Viele Menschen denken, ihrer eigene Lebensgeschichte wäre doch höchst interessant. Doch wenn man nicht gerade Adolf Hitler oder Mahatma Gandhi heißt, sollte man bzgl. der Bestsellerchancen vorsichtig sein.

Schreibgruppen oder Internetforen können sicherlich helfen, die Isolation der Schreibtischarbeit zu durchbrechen. Ob sie jedoch wirklich helfen, einen Bestseller zu schreiben?

Eine Bekannte in München gründete vor Jahren eine Schreibgruppe, an der "wichtige" Lektorinnen teilnehmen. Sie hat stets das letzte Wort, kann sich ungeheuer altklug darstellen, hat ein absolut marktkompatibles Autorinnengehabe, dreht sich jedoch seit Jahren erfolglos mit ihrem Romanprojekt im Kreise. Das einzige Buch, das sie jemals herausbrachte, ist ein medizinisches Sachbuch zur Altenpflege, bei dem der Verlag ihr via strenge Lektorin 99propzentige Vorgaben machte, die sie dann nur noch abarbeiten mussten. Inzwischen, so habe ich den Eindruck, ist die Leitung ihrer Schreibgruppe zum Selbstzweck geworden, Ersatz für den felhlenden Erfolg als Belletristik-Schriftstellerin

Auch bei Internetforen bin ich skeptisch. Es gibt eine fatale Eigendynamik den Cyberspace-Biotops: Man dreht sich gemeinsam im Kreise, lenkt sich gegenseitig vom Thema ab und gibt sich der Illusion hin, man wäre Schriftsteller gedruckter Bücher, wenn man im Internet über ungedruckte Bücher bloggt.

Ein Schriftsteller ist ein Schriftsteller, wenn seine Bücher verkauft werden, sagen die Amis ganz krass-konkret.

Allerdings: Da es hier in Deutschland keine den USA entsprechende Agenten-Kultur gibt, sind Schreibgruppen und Internetforen für Schriftsteller unbedingt notwendig, um nicht vollends im luftleeren Raums zu arbeiten!

:roll:

Was also tun? Ich denke, man sollte tief aus der Seele schreiben, alles hineingeben, was man der Welt zu sagen hat, und das mit kühlen Kopf.

- oder was meint ihr???

;-)

jghh

von jghh

 
Vielen Dank für eure Kommentare und Tipps! Ich kann zwar noch nicht sagen, ob sie mir helfen werden, aber auf jeden Fall waren interessante Tipps und Links dabei.

*Mart
Vielleicht hast du Recht und ich lasse die Geschichte erst einmal ruhen..... Ich habe den Plot zwar stehen, aber er ist noch nicht sehr alt... manchmal muss so etwas auch noch ein wenig reifen - die Erfahrung hatte ich auf jeden Fall mal bei einem anderen Projekt gemacht. Die Einteilung der Kapitel steht auch noch nicht....somit kann ich auch nicht mit dem 2. Kapitel anfangen.....
Aber danke für deinen netten Kommentar!

*Drachenreiter
Dir auch lieben Dank für den Tipp, kann ihn aber leider für mein Projekt nicht verwenden....

*Jackie
Vielen Dank auch dir besonders für deine Links. Einige davon habe ich schon gelesen, da ich deinen Blog "Schriftsteller werden" immer fleißig lese und verfolge. Speziell auf Jugendbücher musst du nicht eingehen, das hatte ich nicht so gemeint. Ich kann genug Informationen aus deinem Blog herausziehen....

*jghh
Wichtig für das Schreiben eines Bestsellers ist m.E. die Disziplin, der Glaube an sich selbst, das wohlwollende Interesse guter Freunde sowie der Mut, jenseits des wichtigen Handwerkszeugs ein Thema, das einem derart auf der Seele brennt, dass man die nötige Leidensfänigkeit hat, es wirklich zu Papier zu bringen, und zwar in einer Art und Weise, die auch andere Menschen anspricht.

Bin da ganz deiner Meinung! :wink:

Fazit aus euren Kommentaren:
Ich werde noch ein bisschen in den Links, die Jackie mir geschickt hat, lesen, werde die Geschichte noch ein wenig ruhen lassen und dann werde ich wohl irgendwann wissen, wie sie anfangen soll.

LG
Tiny :D

von Tiny

 
Bestseller ist mir komplett egal. Wenn mein Projekt jemals fertig wird und niemand es will stell ich es zum kostenlos runterladen ins Netz. Ich schreibe weil ich eine Geschichte im Kopf habe die ich gerne zu Ende ausarbeiten möchte weil ich denke daß sie auch anderen Menschen Spass machen könnte. Und weil mir meine Protagonisten ans Herz gewachsen sind bei der Entwicklung.

Dabei muss ich sagen hab ich durchaus den Ehrgeiz so gut schreiben zu lernen daß das ganze veröffentlichbare Qualität hat.

Nur wo kann man das wirklich lernen???? Ohne gleich belächelt zu werden weil mein Projekt zur Gattung des Fantasy gehört.
Und ohne hirnlos zerrissen zu werden. Von Leuten die wirklich Ahnung davon haben und daher fachlich in der Lage sind mein Projekt in bessere Bahnen zu lenken.

von schreiberling

 
Ich weiß nicht genau, wie es hier im Forum mit Büchertipps gehandelt wird (will ja wirklich keine Schleichwerbung), aber ich bin zufällig vorhin auf ein Buch gestoßen, dessen Titel mich direkt an diese Diskussion erinnerte:

”Schreib den verd... Roman!
Die simple Kunst, einen Bestseller zu verfassen.
Ein Anti-Ratgeber”

Der Autor nennt sich ”Waldscheidt”

Habe das Buch nicht gelesen, aber wenn der Titel hält was er verspricht, sollte es unsere Fragen beantworten können ;)

von Mart